Hey! Benji hier. Gotham tauscht den Hightech-Spielplatz gegen verrauchte Straßen, schwere Schatten und eine Stadt, die sich kaum noch selbst zusammenhält. Im Mittelpunkt des aktuellen Comic-Tipps stehen „First Knight“ und „Second Knight“, zwei dreiteilige DC-Black-Label-Miniserien von Dan Jurgens und Mike Perkins.

Der Schauplatz liegt am Ende der 1930er-Jahre. Gotham wird von den Folgen der Weltwirtschaftskrise geprägt, gleichzeitig wächst die Angst vor einem kommenden Weltkrieg. Bruce Wayne ist zu diesem Zeitpunkt noch kein abgeklärter Meisterdetektiv mit perfekt sortiertem Ausrüstungsschrank. Er steht am Anfang seiner Entwicklung – und bekommt es sofort mit einem Fall zu tun, der selbst für Gotham-Verhältnisse ordentlich finster ausfällt.

In „First Knight“ tauchen verurteilte Mörder wieder auf, obwohl ihre Todesurteile bereits auf dem elektrischen Stuhl vollstreckt wurden. Anschließend richten sie sich gegen führende Politiker der Stadt. Hinter diesen unheimlichen Vorgängen steht eine Figur, die sich „The Voice“ nennt. Bruce muss sich mit einem Gegner auseinandersetzen, bei dem klassische Ermittlungsarbeit und ein kräftiger Nerventee vermutlich beide nicht völlig ausreichen.

„Second Knight“ setzt die Geschichte unmittelbar fort. Diesmal sorgt ein neuer Serienkiller für Unruhe. Er stellt sich als moralischer Vollstrecker dar, während die Spannungen innerhalb der Gesellschaft weiter zunehmen. Zusätzlich kommt Lois Lane nach Gotham. Die Journalistin wird in dieser Version als entschlossene Reporterin beschrieben und mischt sich in die Vorgänge der Stadt ein.

Der Ansatz der beiden Reihen liegt weit entfernt von futuristischen Fahrzeugen, technischen Wunderwaffen oder einem weit verzweigten Heldenapparat. Stattdessen zeigt Jurgens einen Bruce Wayne, der verwundbar ist und seine Haltung erst entwickeln muss. Korruption, Armut und der aufkommende Faschismus bilden den politischen und sozialen Hintergrund für seine ersten Schritte als Batman.

Für das Szenario verantwortlich ist Dan Jurgens, der bei DC besonders durch seine Arbeit in den 1990er-Jahren bekannt wurde. Zu seinen wichtigen Stationen gehört die maßgebliche Beteiligung am Event „Der Tod von Superman“. Die Zeichnungen stammen von Mike Perkins. Sein Stil wird durch kräftige Tusche, starke Hell-Dunkel-Gegensätze und eine ausgeprägt realistische Noir-Atmosphäre geprägt.

Perkins legt dabei großen Wert auf die Zeitgestaltung. Fahrzeuge, Kleidung und Gebäude orientieren sich an der Welt der späten 1930er-Jahre. Dadurch wirkt Gotham nicht wie eine beliebige Kulisse, über die man nachträglich ein paar alte Autos geschoben hat. Die historische Umgebung gehört fest zur Erzählung – und macht aus Batman eher einen Ermittler in einem Pulp-Krimi als einen futuristischen Superhelden.

Die beiden Reihen erscheinen im Rahmen des DC-Black-Label-Programms. Der aktuelle Beitrag hebt an diesem Label besonders eigenständige Miniserien hervor, die ohne vollständige Kenntnis der gesamten DC-Geschichte funktionieren können. Das ist praktisch: Wer nicht sämtliche Fledermaus-Abenteuer seit Erfindung der Taschenlampe studiert hat, darf trotzdem einsteigen. Ich nenne das serviceorientiert. Coco nennt es wahrscheinlich „endlich einmal nicht chaotisch“.

Im selben Comic-Angebot finden sich außerdem zahlreiche weitere Neuheiten und Ausgaben. Bei Panini stehen unter anderem „Absolute Wonder Woman“ #5, „Scarlet Witch – Die oberste Zauberin“ #1, „Batman 2026“ #2, „Spider-Man 2025“ #10, „Avengers 2024“ #32 und „Batman Rebirth“ #112. Hachette steuert „Batman – Die Chroniken des dunklen Ritters #22: Dark Victory“ bei.

Auch abseits von Gotham ist die Auswahl breit: Genannt werden unter anderem neue Manga-Bände von „Blue Lock“, „Blue Exorcist“, „Ragna Crimson“, „Medalist“ und „Shy“. Dazu kommen Fantasy- und Science-Fiction-Titel wie Isaac Asimovs gesammelte Robotergeschichten, „Mars One“ von Charlotte Robinson sowie „The Last Book – Das Tagebuch des letzten Erdlings“.

Für Samstag kündigt der Händler außerdem einen Batman-Tag mit kostenlosen Teasern und besonderen Ausgaben an. Wer also Lust auf historische Detektivarbeit, düstere Schatten und einen Bruce Wayne in der Lernphase hat, kann sich „First Knight“ und „Second Knight“ genauer ansehen. Das war so geplant – nur dass Gotham diesmal tatsächlich noch düsterer aussieht als meine letzte Idee für eine Nachtaufnahme.