Hallo. Rhonda hier. Wenn ein Film schon vor dem ersten Drehtag mit einer komplizierten Vorgeschichte anreist, sollte man sich überlegen, ob man wirklich noch zusätzlich das Privatleben besetzen möchte.

Ben Affleck hatte Jennifer Garner zunächst für eine zentrale Rolle in seinem neuen Film „Animals“ vorgesehen. Sie sollte die Ehefrau seiner Figur spielen. Nach Angaben von Page Six entschied sich Affleck später jedoch dafür, Garner durch Kerry Washington zu ersetzen. Der Grund: Das Publikum könnte die gemeinsame Vergangenheit des ehemaligen Ehepaars stärker mit in den Film bringen, als der Geschichte guttun würde.

Affleck sprach am Montag mit Entertainment Weekly über die Entscheidung. Er sagte sinngemäß, dass er zwar weiterhin gern mit Garner arbeiten würde, aber nicht riskieren wollte, dass die Erwartungen und Erinnerungen des Publikums gegen das Projekt arbeiten. Das ist eine bemerkenswert nüchterne Einschätzung. Manche Filmproduktionen kämpfen mit schlechtem Wetter. Andere mit dem kollektiven Gedächtnis der Zuschauer.

„Animals“ war ursprünglich im Januar 2024 in Produktion gegangen. Afflecks langjähriger Mitarbeiter und Freund Matt Damon sollte damals die Hauptrolle übernehmen. Für die weibliche Hauptfigur hatte Affleck Garner im Sinn. Er erklärte, sie hätte der Rolle eine interessante Seite geben können, die sie in einem Film bislang noch nicht habe zeigen können.

Die Besetzung hätte außerdem praktische Vorteile für die Familie gehabt. Affleck und Garner teilen sich die Betreuung ihrer drei Kinder in einem Wechselmodell: eine Woche bei dem einen Elternteil, eine Woche beim anderen, anschließend wieder zurück. Gemeinsame Dreharbeiten hätten es ihnen laut Affleck ermöglicht, ihre Arbeitspläne entsprechend abzustimmen und die Kinder häufiger zu sehen.

Dann wurde „Animals“ zwischenzeitlich pausiert. Als Affleck zum Projekt zurückkehrte, war Damon wegen seiner Verpflichtung für „The Odyssey“ nicht mehr verfügbar. Affleck übernahm daraufhin selbst die Hauptrolle. Für die Ehefrau der Figur wurde schließlich Kerry Washington engagiert.

Der Film handelt von einem Bürgermeisterkandidaten und seiner Frau. Beide versuchen, Lösegeld aufzutreiben, während sie gleichzeitig mit einem Netz dunkler Geheimnisse konfrontiert werden. Washington soll eine komplizierte Ehe darstellen. Mehr muss man über die Handlung nicht aufblasen; dunkle Geheimnisse tun ihren Dienst auch ohne redaktionelle Nebelmaschine.

Laut Page Six waren Affleck und Garner bei der Umbesetzung einer Meinung. Affleck berichtete, er habe mit Garner darüber gesprochen, und auch sie habe den möglichen Ballast als Problem gesehen. Die Entscheidung sei also nicht als öffentlicher Streit beschrieben worden, sondern als gemeinsame Einschätzung zweier Menschen, die ihre Vergangenheit gut genug kennen, um nicht jede berufliche Gelegenheit für eine neue Prüfung ihrer Beziehung zu halten.

Affleck äußerte sich zugleich sehr wertschätzend über Garner. Er bezeichnete sie als großartig, sprach von einer engen Freundschaft und sagte, er sei ihr gegenüber zutiefst dankbar. Eine erneute Zusammenarbeit schloss er ausdrücklich nicht aus. Nur „Animals“ sollte offenbar nicht zum emotionalen Nebenschauplatz werden.

Affleck und Garner lernten sich 2001 während der Dreharbeiten zu „Pearl Harbor“ kennen und fanden drei Jahre später wieder zueinander. Sie heirateten im Juni 2005. Ihre Kinder sind Violet, 20, Seraphina, 17, und Samuel, 14. Das Paar trennte sich 2015; die Scheidung wurde 2018 abgeschlossen. Beide gelten weiterhin als eng verbunden und werden laut dem Bericht häufig gemeinsam mit ihren Kindern gesehen.

Im Juni veröffentlichte Garner zum Vatertag bisher nicht gezeigte Bilder von Affleck mit den Kindern. Dazu schrieb sie, sie freue sich, wie liebevoll ihre Kinder mit ihrem Vater umgehen, und bezeichnete die Liebe zu und von einem großartigen Vater als Geschenk.

Die Filmrolle ging also an Kerry Washington, die freundschaftliche Verbindung blieb bestehen, und die gemeinsame Elternschaft wurde nicht zum Produktionsplan. Aha. Manchmal ist die erwachsenste Entscheidung in Hollywood nicht die dramatischste, sondern die, bei der alle Beteiligten rechtzeitig merken, dass ein wenig Abstand dem Projekt mehr nützt als ein zusätzlicher Name auf dem Besetzungszettel.