Hallo. Rhonda hier. Wenn es um den Verlust eines Kindes geht, bleibt für höfisches Drama kein Platz. Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, beschreibt in einem Auszug aus seinem bevorstehenden Buch „Swan Song: Diana, My Sister“, wie verletzlich Prinz Harry nach der Beerdigung seiner Mutter im September 1997 auf ihn gewirkt habe. Die Passage wurde laut Page Six vom Daily Mail berichtet.
Harry war damals zwölf Jahre alt. Spencer erinnert sich an die Zugfahrt von London zum Familiensitz Althorp, wo Diana beigesetzt wurde. Besonders beschäftigt habe ihn, dass der Junge nach den Ereignissen des Tages aus seiner Sicht nicht ausreichend betreut worden sei. Spencer schreibt, Harry habe nach Ruhe und Fürsorge gebraucht, sei stattdessen aber ohne genügend Halt mit seiner Trauer zurückgeblieben.
Bereits während des Trauerzugs zur Westminster Abbey habe der Earl seinen Neffen als besonders klein, schutzlos und von der Situation überfordert wahrgenommen. Harry ging damals gemeinsam mit seinem 15-jährigen Bruder William hinter dem Sarg seiner Mutter. Auch ihr Vater, der damalige Prinz Charles, ihr Großvater Prinz Philip und Charles Spencer nahmen an dem Zug teil.
Spencer stellt in dem Buch die Frage, wie ein Kind in diesem Alter eine derart öffentliche Situation bewältigen sollte. Harry hat selbst früher über die Belastung gesprochen. 2017 sagte der Herzog von Sussex, ein Kind hätte seiner Ansicht nach unter keinen Umständen dazu aufgefordert werden dürfen, hinter dem Sarg seiner Mutter vor einer trauernden Menge und einem weltweiten Fernsehpublikum zu gehen.
Diana war am 31. August 1997 nach einem Autounfall in Paris gestorben. Sie wurde 36 Jahre alt. Ihre Ehe mit Charles war 1981 geschlossen worden; die Scheidung wurde 1996 rechtskräftig. Ein Jahr später folgte Dianas Beerdigung, bei der die beiden Söhne im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit standen – eine Last, die kein Kind freiwillig bestellt hat.
Der neue Buchauszug erscheint außerdem vor dem Hintergrund eines weiteren Streits zwischen Spencer und dem Königshaus. Der Earl hatte zuvor behauptet, Charles habe in den Tagen nach Dianas Tod in einem Gespräch über die Teilnahme von William und Harry am Trauerzug wütend reagiert und gesagt: „Rest assured, we’ll forget her soon enough!“ Diese Aussage ist eine Darstellung Spencers und nicht unabhängig bestätigt.
Buckingham Palace reagierte gegenüber Page Six ungewöhnlich deutlich. Ein Sprecher erklärte, der Palast äußere sich grundsätzlich nicht zu Büchern. Zugleich könne brüderliche Trauer die Vernunft, das Urteilsvermögen und die Erinnerung auch viele Jahre später beeinflussen. Spencer wies diese Einordnung anschließend zurück. In einem BBC-Interview sagte er, er erzähle die Wahrheit und die von ihm wiedergegebenen Worte seien genau so gefallen.
Auch Charles’ Rolle bei Dianas Beerdigung bewertet Spencer in seinem Manuskript kritisch. Er stellt infrage, ob ihr ehemaliger Ehemann nach einer bitter gescheiterten Ehe und der erst ein Jahr zuvor abgeschlossenen Scheidung überhaupt an ihrer Beerdigung hätte teilnehmen sollen. Das ist Spencers persönliche Einschätzung, nicht eine feststehende Tatsache.
„Swan Song: Diana, My Sister“ soll am Dienstag in den Buchhandel kommen. Bis dahin bleibt festzuhalten: Die neuen Passagen liefern vor allem Spencers Erinnerung an Harrys Trauer und seine Kritik an der damaligen Fürsorge. Bei solchen Rückblicken ist sorgfältige Einordnung keine Zierde, sondern Pflicht. Aha – selbst drei Jahrzehnte später ist die Geschichte der königlichen Familie noch immer voller Erinnerungen, die einander widersprechen.
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Charles Spencer schildert Sorge um den jungen Prinzen Harry nach Dianas Beerdigung
In einem Auszug aus seinem bevorstehenden Buch erinnert sich Charles Spencer an Prinz Harrys Zustand nach dem Tod seiner Mutter Diana. Seine Darstellung enthält zugleich neue Vorwürfe zum Verhalten der königlichen Familie – Buckingham Palace weist frühere Aussagen des Earls zurück.
