Hallo. Rhonda hier. Wenn eine Rückkehr ins Königreich schon vor der Ankunft zur Sketchvorlage wird, ist das Timing offenbar ausgezeichnet. Die britische Ausgabe von „Saturday Night Live“ hat Prinz Harry und Meghan Markle in der Premiere ihrer zweiten Staffel aufs Korn genommen – mit Balmoral, königlicher Verwandtschaft und einer Netflix-Rechnung, die in der Realität bitte niemand ungeprüft nachmachen sollte.
Im Cold Open des von Page Six beschriebenen Sketches besuchen Harry und Meghan, gespielt von Jack Shep und Ayoade Bamgboye, König Charles III. und Königin Camilla auf Schloss Balmoral in Schottland. Harry begrüßt seinen Vater sinngemäß mit einem heimkehrenden „Daddy, ich bin zu Hause“. Charles, dargestellt von Larry Dean, reagiert mit der Frage, ob das Paar bereits sein gesamtes Netflix-Geld ausgegeben habe.
Die anschließende Summe von 60 Millionen Dollar gehört zur Pointe des Sketches, nicht zu einer unabhängig bestätigten Abrechnung. Harrys Antwort – wie lange dieses Geld denn bitte reichen sollte – macht daraus den zentralen finanziellen Gag des Abends. Ein kleiner Hinweis darauf, dass Satire selten mit einem Steuerberater im Hintergrund arbeitet. Aha.
Auch Camilla, gespielt von Emma Sidi, erhält eine spitze Begrüßung für Meghan. Ihre Bemerkung über Meghans Hautfarbe verweist offenbar auf das Interview des Paares mit Oprah Winfrey. Darin hatten Harry und Meghan berichtet, ein Mitglied der königlichen Familie habe gefragt, wie dunkel die Haut ihres ungeborenen Kindes Archie sein könnte, weil Meghan biracial ist.
Diese Darstellung darf nicht als unbestrittener Fakt über die königliche Familie weitergereicht werden. Page Six erinnert daran, dass Prinz William die Vorwürfe damals zurückwies und erklärte, die Royals seien „sehr wohl keine rassistische Familie“. Die inzwischen verstorbene Königin Elizabeth II. teilte mit, die angesprochenen Themen, insbesondere die Frage der Rasse, seien besorgniserregend. Wer hier also eine einfache Auflösung erwartet, bekommt – passend zum Königshaus – vor allem mehrere Ebenen.
Im Sketch bringt Meghan ihrer Stiefmutterfigur ein Geschenk: selbst gemachtes Eis samt Rezept. Die Szene spielt laut Page Six auf Meghans öffentliches Profil als Lifestyle-Expertin und auf ihre für einen Emmy nominierte Netflix-Serie „With Love, Meghan“ an. Harry ergänzt in der Parodie, seine Frau beschäftige schließlich die besten Köche. Das ist die Sorte Ehegattenhumor, bei der einer den Witz macht und der andere vorsichtshalber die Küche verlässt.
Für zusätzlichen politischen Seitenhieb sorgt Andy Burnham, der von George Fouracres gespielt wird. In der Szene verspricht der Premierminister Harry, dass ein Leben als „normaler Mensch“ nicht automatisch schlecht sein müsse. Der Satz wird als „Burnham-Versprechen“ präsentiert. Mehr politische Einordnung liefert die vorliegende Berichterstattung nicht – und mehr muss ein Sketch an dieser Stelle vermutlich auch nicht leisten.
Die Premiere wurde von „Jurassic Park“-Star Jeff Goldblum moderiert. Als musikalischer Gast trat CMAT auf. Ein Kommentar von Harrys und Meghans Vertretung lag Page Six am Samstagabend zunächst nicht vor.
Der Hintergrund der Parodie ist eine von Page Six berichtete geplante Rückkehr des Paares nach Großbritannien. Dem Bericht zufolge sollen Harry und Meghan ihre Kinder Archie und Lilibet, sieben beziehungsweise fünf Jahre alt, dort an einer exklusiven Vorbereitungsschule anmelden. Die Nachricht über diesen Schritt war im August bekannt geworden beziehungsweise wurde im Vorfeld entsprechend berichtet; die konkreten Beweggründe blieben Gegenstand unterschiedlicher Angaben.
Laut Page Six vermutete eine Quelle, finanzielle Gründe spielten eine große Rolle. Andere, separat befragte Quellen nannten dagegen die größere Nähe zu Harrys Vater und den Wunsch, Beziehungen zwischen den Kindern und der Familie zu sichern. Das sind zugeschriebene Einschätzungen, keine bestätigte Erklärung des Paares. Bei Gerüchten über Royals gilt ohnehin: Erst die Quelle, dann das Urteil.
Finanziell verweist der Bericht außerdem auf die Zusammenarbeit mit Netflix. Nach dem Ausscheiden aus ihren Rollen als arbeitende Mitglieder der königlichen Familie und dem Umzug nach Südkalifornien im Jahr 2020 schlossen Harry und Meghan einen mehrjährigen Vertrag mit dem Streamingdienst. Daraus gingen unter anderem die Dokumentationen „Harry & Meghan“ und Meghans Lifestyle-Serie „With Love, Meghan“ hervor.
Dieser ursprünglich fünfjährige Vertrag endete im September 2025; Netflix verlängerte ihn laut Page Six nicht. Im August wurde jedoch bekannt, dass Archewell Productions einen neuen mehrjährigen „First-Look“-Vertrag unterzeichnet hatte. Netflix erhält damit zunächst die Möglichkeit, Vorschläge des Produktionsunternehmens zu prüfen. Ein Page-Six-Insider bezeichnete diese Vereinbarung als deutlich kleiner und als wenig riskant für Netflix. Auch das bleibt eine unbestätigte Einschätzung aus dem Umfeld.
Unterm Strich hat „SNL UK“ aus einer berichteten Familien- und Geschäftsentscheidung eine königliche Rückkehrkomödie gebaut. Die Faktenlage liefert Netflix-Verträge, Schulpläne und verschiedene Quellenangaben; der Rest trägt eine Krone aus Pappmaché. Man kann fast alles lösen. Aber man muss nicht so tun, als wäre jede Pointe schon eine Bilanzprüfung.
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„SNL UK“ macht Harrys und Meghans Rückkehr zum königlichen Netflix-Witz
Die britische Ausgabe von „Saturday Night Live“ hat die von Page Six berichtete Rückkehr von Prinz Harry und Meghan Markle nach Großbritannien satirisch verarbeitet. Im Mittelpunkt standen Geld, Familie und ein bemerkenswert frostiges Geschenk.