Stella Parton spricht über die Zeit nach dem Tod ihrer Schwester Dolly. In einem Interview mit „CBS Mornings“, das am Donnerstag vollständig ausgestrahlt wurde, sagte die 77-jährige Musikerin, sie habe bislang keine Beileidsbekundung von Künstlern erhalten, die sie kenne. Auch aus der Country-Szene in Nashville habe sie seit Dollys Tod am 25. August nichts gehört, erklärte Stella.

Welche Musikerinnen oder Musiker sie konkret meint, nannte Stella nicht. Ihre Aussage ist damit eine persönliche Schilderung, keine Auflistung bestimmter Namen. Als mögliche Ursache brachte sie ihren politischen Aktivismus in sozialen Medien ins Spiel. Sie sagte sinngemäß, vielleicht hänge das Schweigen damit zusammen – sicher wisse sie es jedoch nicht.

Wenige Tage vor Dollys Tod hatte Stella auf X gegen Präsident Donald Trump Stellung bezogen. Dolly Parton wiederum hielt ihre eigenen politischen Ansichten über Jahre weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Stella bezeichnete diese Zurückhaltung als Entscheidung einer „guten Geschäftsfrau“. Ob die Schwestern politisch dieselben Überzeugungen vertraten, wollte sie im Gespräch mit Gayle King nicht beantworten.

Dolly hatte ihre politische Neutralität mehrfach erklärt. In einem Fox-News-Interview aus dem Oktober 2017 sagte sie, sie äußere ihre politischen Meinungen nicht und sehe ihre Aufgabe darin, aufzutreten und zu unterhalten. 2019 erklärte sie zudem, sie wolle als eigenständige Person wahrgenommen werden und nicht in politische Auseinandersetzungen hineingezogen werden.

Dabei distanzierte sie sich nicht von Jane Fonda und Lily Tomlin, als die beiden Schauspielerinnen bei einer Emmy-Verleihung Donald Trump auf der Bühne scharf kritisierten. Dolly reagierte damals mit einem Wortspiel über die Kategorie „Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie“ und ihre Brustvergrößerung. In einem späteren Interview fasste sie ihren Umgang mit solchen Momenten mit einem kurzen Witz zusammen. Diese Episode gehört zu den wenigen öffentlich bekannten Beispielen, in denen sie politische Spannung mit Humor abfederte, ohne selbst eine parteipolitische Position zu formulieren.

Im selben Jahr sagte Dolly gegenüber dem „Guardian“, sie habe sowohl republikanische als auch demokratische Freunde und wolle ihre persönliche Meinung zu politischen Fragen nicht öffentlich machen. Ihre Linie blieb damit über mehrere Jahre hinweg ähnlich: Unterhaltung sollte im Vordergrund stehen, während politische Einordnungen Privatsache blieben.

Nach ihrem Tod wurde Dolly laut dem Bericht mehrfach gewürdigt. Genannt werden ein Tribut der Grand Ole Opry, eine Würdigung aus dem Buckingham Palace sowie zahlreiche Beiträge von Prominenten in sozialen Netzwerken. Der Bericht führt außerdem aus, dass Dolly gesundheitliche Probleme vor Angehörigen und Fans verborgen habe. Als Todesdatum wird der 25. August genannt; sie wurde 80 Jahre alt.

Stellas Aussagen lenken nun den Blick auf die Reaktionen aus ihrem beruflichen Umfeld. Sie sprach nicht von einzelnen Künstlern und erhob keine konkrete Anschuldigung gegen bestimmte Personen. Fest steht nach ihrer Darstellung lediglich, dass sie bislang keine Kondolenz von den ihr bekannten Entertainern erhalten habe. Der Rest bleibt Vermutung – und bei Trauer ist das schon schwer genug, ohne daraus vorschnell ein öffentliches Tribunal zu bauen.